From The Streets Of Rock City Hannover / Germany

 

INGLORIOUS

Inglorious ! / 50:01 Min.

Frontiers Records

Wer sich den unverkennbaren, klassischen Hardrock der 70ies zurück wünscht, der wird mit dem Debut Album von Inglorious bestens bedient sein. Nathan James (vocals), Rhytmusgitarrist Wil Taylor, Lead Gitarrist Andreas Eriksson, Bassist Colin Parkinson und Drummer Phil Beaver formieren sich 2014 zu INGLORIOUS und legen somit den Grundstein für das gleichnamige Debüt.

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FEMME FATALE

One More For The Road ! / 65:17 Min.

FNA

Die Geschichte von Lorraine Lewis und ihrer Band Femme Fatale hat wohl genauso in den letzten Jahrzehnten immer wieder stattgefunden. Ein Album veröffentlicht, das zweite Album in der Mache und in der Zwischenzeit gab es Wechsel innerhalb der Plattenfirma. Die Band kommt aus dem Studio mit einem fertigen Album, der alte Ansprechpartner ist nicht mehr da und der „Neue“ kann weder mit der Band noch mit der Musik etwas anfangen. Genau das ist die Geschichte zu dem bisher unveröffentlichten zweiten Album von Femme Fatale, das ursprünglich „Lady In Waiting“ heißen sollte. Immer wieder gab es Gerüchte, dass es dieses Album nun endlich zur Veröffentlichung bringen sollte, aber nichts geschah. Nun also ist es endlich soweit und das Album erscheint mit ein paar Bonus Tracks angereichert über das amerikanische Label FNA Records

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THE DEAD DAISIES

Make Some Noise ! / 45:13 Min.

SPV

Das wird ein verdammt heißer August. Wenn schon nicht temperaturtechnisch, dann doch wenigstens musikalisch. 2015 hatte das Musikerkollektiv mit seinem zweiten Album REVOLUCION ein blitzsauberes Hardrockalbum kredenzt und Kritiker und Fans gleichermaßen begeistert. Ein knappes Jahr später legt die All Star-Kapelle um Ex-Crüe-Goldkehlchen John Corabi und den Bassvirtuosen Marco Mendoza nach und brennt auf MAKE SOME NOISE erneut ein Hardrockfeuerwerk der Handelsklasse I ab.

Stilistisch sind die toten Gänseblümchen ihrer ansprechenden Mixtur aus klassischem Hard Rock mit bluesiger Grundierung weitgehend treu geblieben, obgleich der Sleazeanteil diesmal etwas üppiger ausfällt. Im übrigen geht es auf MAKE SOME NOISE eine Schippe straighter und rockiger zu, als auf dem Vorgänger. Der Einfluss von Gitarrenakrobat Doug Aldrich, der den Anfang 2016 ausgeschiedenen Richard Fortus an der Leadgitarre ersetzte, ist unüberhörbar.

Sahnesongs wie der schmissige Opener "Long Way To Go", das herrlich groovige "How Does It Feel", das hymnische "Make Some Noise" (ein Schelm, der dabei an "We Will Rock You" denkt) oder aber temporeiche Kracher wie "Mainline" oder "Freedom" leben neben der (erneut) herausragenden Gesangsdarbietung von Corabi von einem ungezügelt aufspielenden Doug Aldrich und dürften den geneigten Hard Rock-Liebhaber daher maximal befriedigen. Ob Neueinspielungen des CCR-Klassikers "Fortunate Son" sowie der The Who-Glanznummer "Join Together" zwingend notwendig waren, darf hingegen bezweifelt werden. Die Band vermag beiden Songs keine neuen Facetten hinzuzufügen, so dass die Originalversionen in jedem Fall zu bevorzugen sind.

Kurzum: REVOLUCION war abwechslungsreicher, MAKE SOME NOISE hingegen besticht durch seine zupackende und straighte Art. Toppen konnten die Dead Daisies das Vorgängeralbum nicht, aber zumindest wurde das hohe Niveau gehalten. Dennoch ein Pflichtkauf? Yep!

Marc Schipper

(Redakteur bei Rock It!/Noisy Neighbours)

 

The Dead Daisies

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RUNNING WILD

Rapid Foray / 57:06 Min.

SPV

Dass RAPID FORAY erst drei Jahre nach dem letzten Longplayer RESILIENT (2013) das Licht der Welt erblickt, ist in erster Linie auf einen Schulterbruch zurückzuführen, den Rolf Kasparek infolge eines Glatteisunfalls im Frühjahr 2014 erlitt. Die Genesung nahm mehr als ein Jahr in Anspruch und verzögerte den Produktionsbeginn des neuen Werkes somit erheblich. Letztlich hat sich das lange Warten jedoch gelohnt.

Der bereits zwischen dem Comebackalbum SHADOWMAKER und dem Nachfolger RESILIENT erkennbare Aufwärtstrend setzt sich auf RAPID FORAY fort. Insbesondere Fans der ersten Alben der Metal-Piraten dürften dem neuesten Wurf einiges abgewinnen können. Die zuletzt schmerzlich vermissten Trademarks von Running Wild treten auf RAPID FORAY wieder vermehrt in Erscheinung. In musikalischer, textlicher und optischer Hinsicht (tolles Artwork!).

Der Uptempo-Kracher "Warmongers" gemahnt an glorreiche PORT ROYAL-Zeiten. Der Albumopener "Black Skies Red Flag" sowie "Hellectriefied" hätten auch auf DEATH OR GLORY eine gute Figur gemacht. Der Longtrack "Last Of The Mohicans" gehört zu den besten und anspruchsvollsten Kompositionen, die Herrn Kasparek seit vielen Jahren aus der Feder geflossen sind. Nicht zu vergessen den Smasher "By The Blood In Your Heart", dessen stimmungsvoller Refrain sich binnen kürzester Zeit im Langzeitgedächnis einnistet. Selbst die dort verwendeten Dudelsackklänge wirken nicht deplaziert, sondern fügen sich kongenial ins Gesamtbild ein.

Obgleich sich der ein oder andere "Filler" eingeschlichen hat, zeichnen sich Running Wild 2016 überwiegend durch starkes Songwriting, tolle Hooks, die gewohnt filigrane Gitarrenarbeit und eine überzeugende stimmliche Performance von Rock'n'Rolf aus. Definitiv eine der positiven Überraschungen in diesem Jahr. Man darf Running Wild wieder lieb haben!

Marc Schipper

(Redakteur bei Rock It!/Noisy Neighbours)

 

Running Wild

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HERMAN FRANK

The Devil Rides Out / 51:59 Min.

AFM Records/Soulfood

Weil Herman Frank in den letzten Jahren durch seine Tätigkeit bei Accept, dem All-Star-Projekt Panzer und natürlich Victory bestens ausgelastet war, blieb wenig Zeit, sich der Solokarriere zu widmen. Nachdem er nun endgültig seine Kündigung bei der Solinger Metal-Legende eingereicht sowie den Panzer wieder in der Großraumgarage geparkt hat, segelt Frank nun erstmals seit 2012 wieder unter eigener Flagge.

Mit THE DEVIL RIDES OUT meldet sich die Metal-Ikone aus Hannover zurück und setzt die Serie hochwertiger Solowerke nach LOYAL TO NONE (2009) und RIGHT IN THE GUTS (2012) konsequent fort. Gemeinsam mit Bassist Michael Müller, Ex-Rage-Fellmassierer Andrè Hilgers und Stammsänger Rick Altzis hat Frank ein fulminantes und zeitloses Power-/Heavy Metal-Album eingehämmert, das Vergleichen mit einschlägigen Genre-Größen ohne Weiteres stand hält.

Uptempo-Granaten wie "Running Back", "Run Boy Run" oder "Shout" machen ordentlich Wind und fördern die Durchblutung, was nicht zuletzt "Kraftpaket" Andrè Hilgers zugeschrieben werden muß, der die Felle bearbeitet, als säße ihm der Gehörnte himself im Nacken. Müßig, an dieser Stelle auf die gewohnt erstklassige Gitarrenarbeit von Herman Frank einzugehen. Bei Nummern wie "Ballhog Zone" oder "Stone Cold" schaltet das Power-Quartett auch mal einen Gang herunter, ohne dabei an Härte oder Durchschlagskraft einzubüßen. Was sich zudem wie ein roter Faden durch das ganze Album zieht, ist die stete Präsenz von eingängigen Melodien und grandiosen Hooks, ein Umstand, der insbesondere der großartigen Performance von Sänger Rick Altzis geschuldet sein dürfte.

Neben dem variablen und versierten Songwriting punktet THE DEVIL RIDES OUT mit einem gnadenlos fetten Sound, der den Konsumenten regelrecht in den Sitz drückt. Für die Produktion zeichnet sich einmal mehr Herman Frank verantwortlich, der Album-Mix geht auf das Konto von Charlie Bauerfeind. THE DEVIL RIDES OUT ist schlichtweg ein Killer-Album, auf das die Band zu Recht stolz sein kann. Chapeau!

Marc Schipper

(Redakteur bei Rock It!/Noisy Neighbours)

 

Herman Frank

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